Warum Low-Code jetzt zählt

Dynamics 365 Customer Engagement hat sich in den vergangenen Jahren zu einer zentralen Plattform für Vertriebs-, Service- und Marketingprozesse entwickelt. Doch während die Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität steigen, geraten klassische Entwicklungsansätze schnell an ihre Grenzen. Low-Code verändert genau diesen Punkt: Unternehmen können Prozesse anpassen, Abläufe automatisieren und neue Funktionen entwickeln, ohne monatelange Entwicklungszyklen in Kauf zu nehmen.

Der Begriff „Low-Code Dynamics 365 Customer Engagement“ beschreibt dabei mehr als nur ein technisches Werkzeug. Es geht um einen strategischen Ansatz, der Fachabteilungen und IT näher zusammenbringt. Prozesse, die früher ausschließlich Entwicklern vorbehalten waren, können heute innerhalb weniger Stunden prototypisch umgesetzt und getestet werden. Diese neue Dynamik verschafft Unternehmen einen entscheidenden Vorteil in Märkten, die sich immer schneller verändern.

Doch wie gelingt das in der Praxis? Und an welchen Stellen entfaltet Low-Code in Dynamics 365 CE seinen größten Nutzen? Ein Blick auf die Power Platform gibt darauf klare Antworten.

Die Rolle der Power Platform

Low-Code und Dynamics 365 CE sind untrennbar miteinander verbunden. Microsoft hat beide Welten bewusst auf einer gemeinsamen technischen Basis aufgebaut: dem Dataverse. Diese gemeinsame Plattform ist der Schlüssel, um Anwendungen, Workflows und Automatisierungen ohne Medienbrüche zu entwickeln.

In vielen Unternehmen führt gerade diese gemeinsame Datenbasis dazu, dass Prozesse rund um Vertrieb, Kundenservice oder Marketing schneller digitalisiert werden. Fachanwender erhalten Werkzeuge wie Power Apps oder Power Automate, die weit mehr Möglichkeiten bieten, als es auf den ersten Blick scheint. Während einfache Formularanpassungen schon lange möglich sind, entstehen heute komplette Mini-Applikationen, die zuvor als „Sonderentwicklung“ gegolten hätten.

Besonders stark zeigt sich dieser Trend dort, wo Teams bislang mit Excel-Listen, improvisierten Workarounds oder E-Mail-Abstimmungen gearbeitet haben. Solche Insel­lösungen lassen sich in kurzer Zeit in strukturierte, integrierte Prozesse überführen – oft ohne eine einzige Zeile Code.

Low-Code Dynamics 365 Customer Engagement im Einsatz

Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm vielseitig. Manche Unternehmen beginnen mit einfachen Formularerweiterungen oder zusätzlichen Automatisierungen im Serviceprozess. Andere gehen einen Schritt weiter und entwickeln komplett neue Funktionen. Der Reiz besteht darin, dass man mit überschaubarem Aufwand starten kann. Eine erste Lösung wird umgesetzt und getestet, danach ergänzen Teams weitere Features.

Ein typisches Beispiel ist die Automatisierung von Freigaben oder Eskalationen. Früher mussten solche Abläufe oft über benutzerdefinierte Plugins realisiert werden. Heute reicht ein Flow, der beim Eintreten bestimmter Kriterien eine Microsoft-Teams-Nachricht sendet, Daten aktualisiert oder einen Verantwortlichen informiert. Diese Form der Power Platform Automatisierung für Customer Engagement entlastet IT-Abteilungen und schafft mehr Transparenz für alle Beteiligten.

Hinzu kommen Dataverse Erweiterungen für Dynamics 365, mit denen zusätzliche Tabellen oder Beziehungen definiert werden können. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn Prozesse abteilungsübergreifend laufen oder Datenpunkte bisher gar nicht strukturiert erfasst wurden. Solche Erweiterungen lassen sich nicht nur schnell erstellen, sondern auch problemlos mit weiteren Power-Platform-Komponenten verknüpfen.

Die Frage, wie viel Low-Code ein Unternehmen verträgt, stellt sich erstaunlich selten. Häufig wird die Plattform schrittweise ausgebaut – und entwickelt sich dabei zu einem zentralen Baustein der digitalen Architektur.

Neue Möglichkeiten für Fachabteilungen

Interessant ist, wie sehr Low-Code-Lösungen die Arbeitsweise innerhalb von Teams verändern. Fachbereiche übernehmen mehr Verantwortung und gestalten ihre Abläufe selbst. Gleichzeitig entsteht eine neue Form der Zusammenarbeit mit der IT: statt Anforderungen zu übergeben, entstehen Lösungen gemeinsam.

Damit das funktioniert, braucht es allerdings klare Leitplanken. Governance, Sicherheit und saubere Datenstrukturen bleiben Grundvoraussetzungen. Unternehmen, die diese Basis schaffen, profitieren doppelt. Erstens entstehen weniger Schatten-IT-Lösungen. Zweitens halten Teams ihre Prozesse aktuell, weil Anpassungen schnell und ohne großen Aufwand umgesetzt werden können.

Ein Nebeneffekt: Die Zufriedenheit der Anwender steigt deutlich. Wenn Teams ihre Werkzeuge selbst mitgestalten können, erhöht das Akzeptanz und Motivation. Low-Code wirkt dadurch nicht nur technologisch, sondern auch kulturell.

Wie Low-Code Projekte starten

Der Startpunkt hängt von den Zielen des Unternehmens ab. Manche beginnen mit kleinen Automatisierungen, andere planen gleich eine größere Prozessdigitalisierung. Empfehlenswert ist ein Ansatz in kleinen, klar abgegrenzten Schritten. Ein erstes Pilotprojekt zeigt schnell, wie groß das Potenzial ist.

Typische Einstiegsprojekte sind zum Beispiel:

  • Digitalisierung manueller Prüfschritte im Vertrieb oder Kundenservice
  • Automatisierte Benachrichtigungen bei SLA‑Verstößen
  • Erweiterte Datenerfassung über Canvas- oder Model‑Driven‑Apps

Solche Projekte sind oft innerhalb weniger Tage produktiv nutzbar und schaffen früh sichtbaren Mehrwert. Danach wächst die Lösung organisch weiter – ein Ansatz, der sich besonders bei komplexeren Dynamics-365-CE-Installationen bewährt hat.

Low-Code als strategischer Faktor

Wer Low-Code mit Dynamics 365 CE einsetzt, verfolgt in der Regel mehr als nur einzelne Prozessoptimierungen. Der Ansatz verändert, wie Digitalisierung im Unternehmen funktioniert. Statt langer Projektphasen entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Teams identifizieren Verbesserungsmöglichkeiten, setzen sie um, testen und erweitern.

Gerade in Kombination mit Microsoft Teams ergeben sich zusätzliche Chancen. Notifications, Service-Updates oder interne Abstimmungen lassen sich direkt in den Arbeitsalltag integrieren. Unternehmen schaffen damit eine deutlich flüssigere Interaktion zwischen Kundenservice, Vertrieb und Backoffice – ohne neue Tools einführen zu müssen.

Doch wie gelingt es, diese neuen Möglichkeiten dauerhaft zu nutzen? Erfahrungsgemäß profitieren Unternehmen am meisten, wenn sie eine Art internes Kompetenzzentrum aufbauen. Dabei muss es nicht um formale Rollen gehen. Wichtig ist, dass Fachanwender einen Ansprechpartner haben, der Low-Code-Lösungen begleitet, Best Practices bereitstellt und für eine saubere technische Basis sorgt.

Integration ohne Aufwand

Ein wesentlicher Vorteil von Low-Code in Dynamics 365 CE ist die einfache Integration bestehender Systeme. Über Konnektoren und Dataverse-Integrationen lassen sich externe Datenquellen wie ERP-Systeme, Dokumentenmanagement oder Reporting-Werkzeuge schnell einbinden. Dadurch entfällt häufig der Bedarf an kostspieligen Schnittstellenentwicklungen. Unternehmen profitieren von einem durchgängigen Datenfluss, der entscheidungsrelevante Informationen deutlich schneller verfügbar macht.

Automatisierung komplexer Abläufe

Während viele Low-Code-Projekte mit einfachen Workflows starten, zeigt sich das wahre Potenzial in der Abbildung komplexerer Prozessketten. Mit Power Automate lassen sich Eskalationspfade, Service-Routing oder Vertriebsprozesse modellieren, die früher nur via Plugin-Entwicklung möglich waren. Besonders mächtig ist die Kombination aus KI-Funktionen, Vorlagen und dynamischen Datenstrukturen, die Routineaufgaben automatisiert und Mitarbeitern Zeit für wertschöpfendere Tätigkeiten verschafft.

Mehr Transparenz durch Dashboards

Low-Code erleichtert nicht nur die Prozessgestaltung, sondern verbessert auch die Auswertung. Power BI kann direkt auf das Dataverse zugreifen und liefert interaktive Dashboards, die aktuelle Kunden- und Prozessdaten in Echtzeit abbilden. Fachbereiche erhalten damit die Möglichkeit, Trends schneller zu erkennen und Maßnahmen proaktiv einzuleiten. Diese Form der datengetriebenen Steuerung erhöht die Transparenz und hilft Teams, kontinuierlich bessere Entscheidungen zu treffen.

Fazit

LowCode Lösungen für Dynamics 365 Customer Engagement sind weit mehr als ein Trend. Sie erweitern die Plattform um einen strategischen Vorteil, der Unternehmen agiler, schneller und unabhängiger macht. Das Zusammenspiel aus Dataverse, Power Apps und Power Automate schafft einen Rahmen, in dem Teams eigenständig digitale Prozesse gestalten und weiterentwickeln können.

Wer diesen Weg konsequent geht, reduziert manuelle Aufwände, verbessert die Qualität von Daten und Abläufen und schafft ein Arbeitsumfeld, in dem Digitalisierung tatsächlich im Alltag stattfindet. Low-Code Dynamics 365 Customer Engagement wird damit zu einem zentralen Baustein moderner Unternehmensprozesse – und zu einer Chance, neue Innovationen schneller Realität werden zu lassen.

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